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Neuanlage


Neuanlage

Welcher Standort?

Grundvoraussetzungen für gesunde und langlebige Obstbäume sind eine gute Standortwahl und die Berücksichtigung der Standortansprüche der gewünschten Obstarten.

Günstige Standortbedingungen sind:

  • fruchtbare, d.h. tiefgründige, humose, gut mit Nährstoffen versorgte Böden
  • gute Wasserversorgung
  • gute Bodendurchlüftung
  • leicht sauere bis leicht alkalische Böden
  • ebene bis leicht geneigte Lagen
  • warmes bis gemäßigtes Klima

Ungünstige Standortbedingungen sind:

  • trockene bis sehr trockene, flachgründige und steinige Böden
  • nasse oder staunasse, verdichtete Böden
  • spätfrostgefährdete und luftfeuchte Lagen, Kaltluft-Senken
  • stark windexponierte Lagen
  • nordexponierte, schattige Lagen
  • steile Hänge

Ersatzpflanzungen ausgefallener Bäume sollten mit einer anderen Obstart bepflanzt werden als der, die dort stand z.B. Kirsche nach Apfel. Besser noch wird das neue Pflanzloch um ein paar Meter verlegt. So wird einer „Bodenmüdigkeit“ oder der Übertragung von im Boden verbliebenen Krankheiten vorgebeugt.

Neuanlage Menschen
Altbestand Obstbäume

Einzelne absterbende Altbäume sollten als Höhlenbäume für Spechte und Fledermäuse und als Nisthilfe für Wildbienen stehen bleiben dürfen. Nachpflanzungen können ca. 5 m daneben erfolgen.

Welche Sorten?

Nicht jede Sorte eignet sich für den Streuobstanbau und sortenspezifische Ansprüche der Sorten an Klima- und Bodenverhältnisse sollten bei der Pflanzung beachtet werden.

Außerdem ist die Sortenwahl natürlich abhängig vom späteren Verwendungszweck des Obstes. Soll es frisch verzehrt, gelagert, gedörrt, zu Saft gepresst oder gebrannt werden? Soll sich die Ernte über einen längeren Zeitraum erstrecken oder soll zu einem Termin geerntet werden?

Sortenlisten für die Region rund um den Landkreis Bayreuth erhalten Sie beim Landschaftspflegeverband Weidenberg oder bei der Kreisfachberatung für Gartenbau und Landespflege.

Weitere Infos zu Obstsorten:
www.nabu.de
www.bund-lemgo.de
kob-bavendorf.de


Äpfel
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Tipps zur Pflanzung von Obstbäumen

Bereits bei der Pflanzung werden die Weichen für die spätere Entwicklung des Obstbaumes gestellt. In den ersten Jahren steht nicht der Fruchtertrag, sondern der stabile Aufbau der Baumkrone im Vordergrund. Pflanzung und Früherziehung bilden so die Grundlage für ein hohes Lebensalter der der Bäume.

Im Streuobstbau sollten nur Hochstämme, die auf „Sämlingsunterlage“ (z. B. Bittenfelder Sämling) veredelt wurden, gepflanzt werden. Sie sind langlebiger und robuster als Bäume auf sog. „Typenunterlagen“. Wurzelnackte Bäume wachsen dabei v.a. in magerem Boden besser an als getopfte Ware. Sie sind zudem günstiger.

Die Wurzeln des Baumes dürfen auf keinen Fall austrocknen. Deshalb müssen sie in feuchte Tücher (kurzzeitig) bzw. feuchte Erde eingeschlagen werden, wenn nicht sofort gepflanzt werden kann.

  • Beste Pflanzzeit ist der Herbst (November/Dezember)
  • Achten Sie auf die Pflanzabstände: Grenzabstand mind. 5 m, Reihenabstand 12 m

Empfohlene Pflanzabstände in der Reihe:

Apfel, Birne

10 - 12 Meter

Kirsche

12 - 14 Meter

Zwetschge, Quitte

8 - 10 Meter

Walnuss

12 - 15 Meter

Weite Abstände erleichtern später die Unternutzung und fördern die Baumgesundheit, da die Kronen gut durchlüftet und trocken sind.

  • Pflanzloch mit ca. 80 cm Durchmesser und 40-50 cm Tiefe ausheben, Boden gut lockern und evtl. mit reifem Kompost oder Humus vermischen
  • Pflanzpfahl ((Länge mind. 2,5 Meter) im Westen des Baumes ca. 50-60 cm tief einschlagen
  • abgestorbenes und beschädigtes Wurzelwerk entfernen
  • Baum ggf. in Wühlmauskorb (Drahtkorb aus - je nach Bodenverhältnissen - verzinktem oder unverzinktem Maschendraht) setzen
  • nach und nach Erde anfüllen und verdichten; die Veredelungsstelle des gesetzten Obstbaumes muss am Ende ca. 10 cm über dem Boden liegen
  • möglichst kompakte Anbindung des Baumes an den Pfahl mit einem Kokosstrick
  • Anbringung eines Verbissschutzes aus Drahtgeflecht oder Hart-PVC; bei vorgesehener Beweidung ist ein Stammschutz aus 3-4 Pfählen mit Brettern oder Maschendraht notwendig
  • angießen
  • Pflanzschnitt

… und die weitere Pflege

  • regelmäßige Kontrolle des Verbisschutzes, der Anbindung und der Drahthose
  • Baumscheibe in den ersten 5 Jahren ca. 1 m um den Stamm durch regelmäßiges Hacken offen halten, um Wasser- und Nährstoffkonkurrenz durch Gräser und Stauden zu minimieren
  • bis zum vollständigen Anwachsen in Trockenperioden wässern
  • Mulchdecke aus reifem Kompost oder Mist ab März/April, dabei mindestens 10 cm Abstand vom Stamm halten; nicht verrottetes Material im Herbst von der Baumscheibe entfernen
  • Ggf. Schutz des Stammes vor Sonneneinstrahlung (Weißanstrich oder Schilfrohrmatte bis kurz unter dem Kronenansatz)
  • regelmäßiger Erziehungsschnitt